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Was  macht MarS-Anfertigung zu einem nachhaltigen Modelabel?

 

MarS-Anfertigung zählt sicher zu den „Zero-Waste-Label“, denn es werden vor allem kleine Mengen Stoff gekauft, um die Stückzahl bewusst gering zu halten.  Die Stoffe werden möglichst restlos verbraucht. Deswegen kommt es vor, dass ein Shirt im Vorderteil aus einem  anderen Stoff als im Rückenteil besteht. Diese Effekte werden bewusst gewählt, natürlich spielt die Auswahl der Stoffe für Design und Funktion eines Kleidungsstücks eine Rolle.  Bei MarS findet man gelegentlich auch ein Kleidungsstück, welches nur aus Resten besteht – was einem Kleidungsstück Einzigartigkeit verleiht. MarS-Pieces sind fast immer Unikate. „Masse“ bekommt man auch anderswo.

Ich lege den Fokus auf hochwertige Materialien wie Seide, Viskose oder Modal. Ich kaufe beispielsweise Restbestände anderer Designerlabels, die für gute Qualität bekannt sind (z.B. das Traditionsunternehmen Mühlbauer Hüte).  Baumwolle und synthetische Fasern kommen ebenfalls zum Einsatz. Hier muss bedacht werden, dass Baumwolle, trotz Umwelt-Zertifizierungen in der Herstellung stellung kein umweltfreundliches Material ist. Baumwolle wird in sehr heißen, trockenen Gebieten angebaut, benötigt aber Unmengen an Wasser (11000 Liter für 1 kg Baumwolle). Viskose und Modal beispielsweise können in Österreich aus österreichischem (Buchen-)Holz, einem nachwachsendem Rohstofff, oftmals sogar energieautark hergestellt werden.

Seide ist ein sehr edles Material mit speziellen Eigenschaften wie z.b. Isolationsfähigkeit. Sie trocknet verhältnismäßig schnell und ist bei Kälte und Wärme angenehm zu tragen. Im Vergleich zu Leinen und Baumwolle ist sie knitterarm. „Alltagstauglich“ ist Seide nicht, da sie empfindlich auf Säuren (Schweiß) reagiert und sich die Farbe des Stoffes außerdem  leicht abreibt. Gelegentlich kann man sich aber schon ein Kleidungsstück aus Seide leisten, um dieses dann mit besonderer Aufmerksamkeit zu tragen.

Für Vegetarier ist dieser Stoff nichts. Daher gibt es Modal – die edlere Form von Viskose und auch „vegane Seide“ genannt. Modal ist ebenfalls eine synthetisch hergestellte naurfaser. Diese sind durch ihre langfädigen Filamente robuster als Baumwolle, die durch ihre kurzen Fasern oftmals nach dem Waschen „fransig“ oder fusselig aussieht. Modal und Viskose entsprechen in der Herstellung den Kriterien von Nachhaltigkeit.

Zur Verwendung von synthetischen Fasern ist zu sagen, dass diese wesentlich länger nutzbar wären als sie es leider de facto in unserem Alltag werden. Synthetische Fasern sind formbeständiger, was man von vielen Baumwoll-Teilen nicht sagen kann. (Daher die Mischung mit Elastan oder Viskose, die für die nötige Formbeständigkeit sorgen.) Aus diesem Grund sind Mischgewebe nicht zu verachten, da ein Baumwollshirt, welches nach 1-2 Saisonen weggeworfen wird, auch nicht die umweltfreundliche Alternative ist. Hier steht die Art der Herstellung nicht für die Kurzlebigkeit der Verwendung.

Modal und Viskose sind elastischer, strapazierfähiger, formbeständiger und weniger hitzeempfindlich als Baumwolle. Modal ist z.B. ebenfalls kochfest. Die Modalfasern nehmen gut Feuchtigkeit auf und sind auch nach vielen Waschgängen noch weich. Für mich kommt es bei Kleidung daher nicht auf das MATERIAL nicht an, sondern auf Vivien Westwoods Slogan: „Buy less. Choose well. Make it last.“

 

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Mode ist heute etwas sehr schnelllebiges. Die Modekette „New Yorker“ hat es in einem Werbeslogan wirklich passend ausgedrückt: „Dress for the moment.“ Die Gegenbewegung der Modeszene ist nun auch ins Rollen gekommen. Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Individualität sind immer öfter gefragt. Ich wurde auch schon darauf angesprochen, wie nachhaltig MarS ist. Darauf antworte ich, dass MarS insofern ein nachhaltiges Modelabel ist, dass ich auch versuche, aus Resten noch etwas herzustellen. Meine Stoffe beziehe ich meist aus Deutschland & Italien und kaufe nur kleine Mengen ein – auch um die Stückzahl gering und somit individuell zu halten. Denn der Clou ist doch, ein einzigartiges Kleidungsstück zu tragen. Der oben gezeigte Pulli ist so ein Teil. Denn das Häkeldeckchen der Oma, in stundenlanger Arbeit hergestellt und dann von mir handgefärbt, bekommt man kein zweites Mal. Oft dauert es auch eine Weile, bis sich die geeignete Materialkombination findet. Und das macht für mich Design und Handarbeit aus. Du möchtest ja auffallen und dich abheben. Du bist bemerkenswert!

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Wie viele Frauen im Leben voran kommen und erfolgreich sind, obwohl ihnen gesagt wird,
sie könnten es nicht, ist bemerkenswert.

Foto: Robert Rainer

Wie Frauen mit den heutigen Schönheitsidealen ausgesetzt sind und dennoch glücklich und zufrieden
mit sich und ihrem Körper sind ist bemerkenswert.


Foto: Nadine Studeny

Dass sich immer mehr Menschen Gedanken zu ihrem Konsumverhalten machen und bewusste Entscheidungen treffen
ist bemerkenswert.

Foto: Robert Rainer

Wie Du nicht nur „etwas Neues“ kaufst, sondern nach „etwas Besonderem“ suchst
ist bemerkenswert.


Foto: Sandeep Kumar

Wenn sich eine Person traut, ihren eigenen Weg zu gehen und aus Traditionen auszubrechen
ist bemerkenswert.


Foto: Robert Rainer

Wie Frauen einem Beruf nachgeht, sich auch den Kinderwunsch erfüllt und für ihre Kinder da ist
ist bemerkenswert.


Foto: Andrea Peller

Wie eine Frau zusätzlich zu Arbeit und Kinderbetreuung auch einen großen Teil der Hausarbeit erledigt
ist bemerkenswert.


Foto: Andrea Peller

Wie LGBTQ Personen Widerstände überwinden und zu sich selbst finden
ist bemerkenswert.


Foto: Bernhard Ledinski

Du bist nicht irgendjemand.
Du bist bemerkenswert.